Die Geschichte der Sternwarte
Säule Sternwarte Fürth Odenwald
Rolldachhütte Sternwarte Fürth Odenwald
Phase 1: Die Fundamente
Der erste und wichtigste Schritt beim Bau unserer Sternwarte war das Ausheben der Fundamente. Präzise Löcher mussten gegraben werden, um eine stabile Basis für die gesamte Konstruktion zu schaffen. Jedes Loch wurde sorgfältig vermessen und ausgehoben, denn die Stabilität der Sternwarte hängt von einem soliden Fundament ab.
Phase 2: Die Elektrik
Der finale Schritt war die Installation der elektrischen Infrastruktur. Steckdosen und Anschlüsse wurden strategisch platziert, um alle astronomischen Geräte optimal mit Strom zu versorgen. Von Teleskop-Motoren über Kameras bis hin zu Computersystemen - jedes Gerät benötigt eine zuverlässige Stromversorgung. Die professionelle Elektroinstallation sorgt für Sicherheit und Funktionalität der gesamten Sternwarte.
Phase 3: Bau der Säule
Im August 2021 war der große Tag da: Ordentlich vorbereitet betonierten wir die Säule. Nachdem der Beton zwei Wochen ruhen durfte, brachten wir den Adapter für die Montierung an, und ich grundierte und lackierte schließlich die Montierung. Dem First Light stand nichts mehr im Weg.
Phase 1: Die Plattform und der Rahmen der Hütte
Da das Gelände eine Neigung aufweist, habe ich beschlossen, eine Plattform zu bauen, auf der die Hütte getrennt von der Säule ruht. Es stellte sich heraus, dass ich dadurch auch die Höhe der Säule ausgeglichen habe, die vor drei Jahren mit 1,3 Metern zu hoch angelegt habe, dachte dabei an den langen Refraktor, habs übertrieben.
Dafür bin ich zum Baumarkt gefahren und habe mit etwas Hilfe 8 Gehwegplatten, 4 50-kg-schwere Pflanzsteine, Holzbalken 80x100 auf 3 Meter Balken, mehrere OSB Platten und Dachpappe geholt. Die Paletten waren schon vorhanden; ich hatte sie vor über 2 Jahren kostenlos über Kleinanzeigen bekommen, um ein umstellbares Podest zu haben.
Zuerst habe ich ein paar Millimeter ausgegraben und mit einer Wasserwaage eine waagerechte Basis für die Gehwegplatten geschaffen, die ich doppelt verlegt habe. Auf diese Platten habe ich die Pflanzsteine gelegt. Auf die Pflanzsteine haben wir Holzbalken gelegt, auf die wir wiederum die Paletten gelegt haben. Alles wurde miteinander durch Eisen und Anker Nägel verbunden. Schließlich kamen noch Styropor, eine Feuchtigkeitsschutzfolie und OSB-Platten darauf, die auch verschraubt wurden. Abschließend wurde Dachpappe aufgelegt.
Dann die Sternwarte, eine meiner Meinung nach übertrieben schwere und teilweise unprofessionell gebaute Rolldachhütte (z.B. wurden Steckdosen einfach überstrichen), die mir ein Kollege, welcher auf Kuppel umstellt zu einem sehr günstigen Preis, nur gegen Lieferkosten, verkauft hat. Wir haben schnell beschlossen, sie leichter und nach unseren Bedürfnissen anzupassen.
Phase 2: Skelett
Jetzt, da der untere Rahmen steht, haben wir am 13. Oktober begonnen, das deutlich leichtere Dach im Vergleich zu den ursprünglichen 400 kg des Kollegen zu konstruieren.
Dann, am 16. Oktober, haben wir anstelle der massiven Balken 3 Latten längs untergelegt und verschraubt, sowie 2 Querlatten angebracht, auf die die Dachfolie vom alten Dach gelegt wurde, die aber noch nicht befestigt ist. Das Dach wiegt jetzt 60 kg, es wird noch Styropor hinzugefügt und Balken mit Rollen montiert.
Die Balken mit den Rollen haben wir als Nächstes von 180 mm Breite auf 60 mm mit der Kreissäge längs geschnitten. Am 20. Oktober haben wir dann einen weiteren der massiven Balken längs geschnitten und geteilt, um sie als Pfosten für das Skelett zu verwenden.
Am 21. Oktober haben wir dann morgens um 11:00 Uhr begonnen, den Rahmen endgültig zu befestigen und die Balken grob zu fixieren. Zusätzlich haben wir an den West-, Ost- und Südseiten einen weiteren Balken für mehr Stabilität auf den Rahmen gesetzt. Dafür haben wir erneut mehrere dicke Balken längs durchgesägt. Gegen Mittag waren wir zu dritt und haben Querbalken auf Gehrung gesägt, ähnlich wie bei einem Fachwerkhaus. Diese stützen die Balken zusätzlich, sodass sie sich nicht mehr bewegen und absolut stabil und tragfähig sind.
Dann haben wir den Türrahmen, der 90 x 130 cm ursprünglichen Tür hatte, angebracht, wobei wir eine neue Tür bauen. Zum Schluss haben wir Latten als Kreuz oben angebracht, um eine Plane darüber zu bekommen und den Bau vor den weiteren Arbeiten vor Regen zu schützen.
Dreiviertel der inneren Außenwand haben wir in 3 Tagen angebracht. Am 26. begann ich, die ersten OSB-Platten auszusuchen und zuzuschneiden, um sie an der Westwand zu befestigen. Am 27. folgte die Nordwand, teilweise die Westwand und schließlich am 28. die West- und Südwand. Außerdem dichteten wir unten mit Acryl ab und ich lasierte die unlackierten Platten.
Phase 3: Dach
Am 11.11.23 hab ich eine letzte OSB-Platte der unteren Platten angebracht. Dann haben wir zwei zuvor auf Gehrung gesägte Balken als Stützen an den Schienen-Balken angebracht. Ich hab zur Erprobung der Stabilität Klimmzüge an diesen gemacht, sollte halten, das Dach ist nicht viel schwerer und verteilt sich auf beide Seiten.
Am 17. November haben wir Vorbereitungen für den 18. November getroffen und ein tragfähiges Podest gebaut, denn der nächste Punkt war das Dach hochzubekommen. Am Samstag war es soweit: Nach kurzer Besprechung stellten wir das Dach zu sechst auf die Rollbalken. Durch die Hilfe dauerte das Ganze keine Minute und das Dach rollt mit einer Hand ohne viel Kraftaufwand problemlos auf den Schienen.
Am Nachmittag machten wir zu dritt noch etwas weiter und erhöhten die Westseite des Dachs um 10,5 cm, wodurch ein etwa 3% Gefälle für einen besseren Ablauf des Regens geschaffen wurde. Am 27. Dezember verlängerten wir das Dach, da es etwas zu klein war. Wir nutzten Latten und OSB-Platten für die Erweiterung.
Am 6. Januar zogen wir mit den Paneelen die Wände im Norden und Osten hoch, sodass nur noch der Teil am Dach fehlt, um eine vollständige Regendichtigkeit zu gewährleisten. Zusätzlich erhöhten wir die Tür auf mindestens 1,65 m. Am 13. Januar errichteten wir den Rahmen für die Tür, am 14. Januar wurden die Paneele rechts und die Tür fertiggestellt. Am 22. Januar zog ich auf der Ostseite Paneele nach oben und baute eine Klappe ein, die dem Teleskop auf der Südseite eine besonders niedrige Position ermöglicht.
Phase 4: Vollendung
Am 3. März verlegten wir Strom für Lichtschalter, Wandsteckdosen und die Lampe, die zwischen rot und weiß wechseln kann.
Am 13. April ging es weiter mit dem Teppich: Ich kaufte blauen Kunstrasen, schnitt ein Loch für die Säule und stülpte den Teppich darüber. Zuletzt lackierte ich die Sternwarte himmelblau und brachte den Schriftzug an, den mir ein Freund ausgesägt hatte. In der folgenden Woche konnten das Equipment und die EQ8 einziehen.
Phase 9: Grundsätzlicher Bau abgeschlossen
Es ging weiter, nachdem ich die Paneele an allen Seiten bis nach unten angebracht hatte. Anschließend machte ich mich an das Lackieren. Dafür hatte ich eine Farbsprühpistole besorgt, die wunderbar funktionierte, und die Hütte erstrahlte in Himmelblau. Das übliche, typische Weiß von Sternwarten war mir zu gewöhnlich.
Nachdem das abgeschlossen war, kümmerte ich mich um den Schriftzug. Diesen hatte mir ein Freund vor Monaten ausgesägt, und nun bekam er die Farben des Sonnenspektrums dafür mischte ich auch einige Farben für Zwischenstufen, wie es oft dargestellt wird, von Infrarot bis Ultraviolett. Ich schraubte ihn an die Hütte.
Kurz vor der Eröffnung brachte ich alles zu Ende. Ich zog die Ost- und West-Innenwand hoch, brachte im Osten ein Regal an wodurch ich endlich aufräumen konnte und lackierte das letzte Stück vorne an der Hütte an den Paneelen, die ich noch nicht angebracht hatte.
Phase 5: Einweihung der Sternwarte
Am 10. August war es soweit: Ich durfte die Eröffnung meiner Sternwarte in Fürth feiern. Nach Monaten der Planung und Arbeit kamen Kollegen/Freunde, vor allem aus der Astronomie-Szene. Bereits ab 14:00 Uhr trafen die ersten ein. Bei Gesprächen genossen wir die Beobachtung der Sonne im H-alpha- und Weißlicht. Einige hatten ihre Ausrüstung mitgebracht, darunter ein Yolo-Schiefspiegler und ein 150PDS auf einer HEQ5-Montierung. In der Hoffnung, in Zukunft häufiger Besucher vor Ort zu haben, hatte ich auch die Presse eingeladen. Etwas früh traf eine Journalistin vom Echo ein, mit der ich gar nicht geschrieben hatte.
Am frühen Abend begannen wir zu grillen und stießen gemeinsam mit einem Glas Sekt auf die Fertigstellung der Sternwarte an. Mit Einbruch der Dämmerung trafen weitere Gäste aus der Region ein, darunter auch die angekündigte Journalistin. Wir konnten den jungen Mond am Horizont verabschieden.
Danach starteten wir mit den Vorträgen: Ich erzählte die Geschichte des Sternwartenbaus, während Peter von den faszinierenden Polarlichtern berichtete, die wir im Mai beim ITV beobachtet hatten. Michael gab einen Einblick in die Spektroskopie der bevorstehenden Nova im Sternbild Krone, und Daniel sprach in seinem Vortrag über seine Methode, mit der jeder auf die Suche nach unentdeckten planetarischen Nebeln gehen kann.
Im Anschluss führte ich die Gäste durch die Sternbilder, bevor wir an die Teleskope gingen. Ich zeigte einiges an meinem 16-Zoll-Dobson, während ich auch drei Ferngläser zum Durchsehen herumreichte. Michael kümmerte sich um mein Lichtenknecker-Teleskop, und Daniel nutzte teils mein 102/714-Teleskop, das ich für diesen Abend von einem H-alpha- Instrument zu einem Widefield-Apo umgebaut hatte. Bei außergewöhnlich gutem Seeing nahm Daniel mit seinem Setup die „Knochenhand“ im Cirrusnebel auf. Unter den zahlreichen Besuchern war auch ein kleiner Junge, der mit seinem Wissen beeindruckte und von seinem eigenen kleinen Linsenteleskop erzählte. Gegen 2:00 Uhr nachts verabschiedeten sich die meisten Gäste, doch einige meiner Freunde blieben noch, um gegen 3:00 Uhr den Jupiter zu beobachten.